Wie wichtig ist die "richtige" Hand?

In unserer Rechtshänderwelt lebt es sich doch viel besser, wenn man mit der rechten Hand schreibt, oder?

 

Nein! 

Denn Händigkeit ist eigentlich Hirnigkeit. Sie wird bei der Zeugung festgelegt und kann nicht verändert werden.

Wer Rechtshänder ist, ist eigentlich Linkshirner bzw. wer Linkshänder ist, ist Rechtshirner. Natürlich können Linkshänder lernen, mit der rechten Hand zu schreiben, denn auch Rechtshänder können lernen, den Stift in der linken Hand zu halten. Aber mit der subjektiv falschen Hand zu schreiben, macht das Leben viel komplizierter und kann zu vielen unerwünschten Störungen führen. 

Zu erkennen, ob ein Kind rechts- oder linkshändig veranlagt ist, ist daher sehr wichtig. Und trotzdem passiert es immer wieder, dass Kinder mit der Veranlagung zur Linkshändigkeit sich noch im Kindergartenalter umschulen, weil sie andere Menschen beobachten, imitieren und sich nach und nach angewöhnen, die rechte Hand fürs Zeichnen, Malen, Schreiben und Schneiden zu verwenden. Manchmal werden sie auch von gut meinenden Erwachsenen motiviert, sich die Stifthaltung in der rechten Hand anzugewöhnen. Leider oft mit massiven negativen Folgen.



Der maximale unblutige Angriff auf das Gehirn

So hat Dr. Ivo-Kurt Cizek es bezeichnet, wenn in die natürliche Entwicklung der Händigkeit eingegriffen wird. Zwar nicht bei allen Menschen, aber bei sehr vielen hat ein Leben mit der falschen Händigkeit unerwünschte Folgen, wie etwa Gedächtnis- und Konzentrationsstörungen, rasche Ermüdung und Erschöpfung, Schwierigkeiten mit Buchstaben und Zahlen, die Legasthenie ähneln, häufige Verwechslung von rechts und links, generelle Orientierungsschwierigkeiten, aber auch Sprachstörungen. Daraus können sich weitere Problematiken entwickeln, nachzulesen auf der Website der Ersten Deutschen Beratungsstelle für Linkshänder und umgeschulte Linkshänder. 

Dass die Umschulung zu solchen Störungen führen kann, ist wenig bekannt. Oft wissen Betroffene selbst nicht,

dass sie Linkshänder wären, suchen jahrelang Hilfe oder begeben sich in Therapien, die kaum helfen.

Sie können gar nicht helfen, denn ihr Gehirn muss tagtäglich einen immensen Extraaufwand leisten,

um den inneren Konflikt der Gehirnhälften zu verarbeiten. Daher lohnt es sich, mit dem Thema Händigkeit von Anfang an achtsam umzugehen, ein Kind gut zu beobachten, besonders spontane Bewegungen wie greifen, zeigen oder winken. Ein guter Anhaltspunkt können auch Babyzeichen sein, einfache Gebärden, mit denen Kinder schon kommunizieren können, bevor es mit dem Sprechen klappt. 

 

Solange Du nicht sicher bist, welche Hand Deines Kindes dominiert, biete ihm alles mittig an. Spielzeug, Stifte, Kuscheltiere platzierst Du am besten in der Mitte vor Deinem Kind. Beim Aufdecken stellst Du das Schälchen für dein Kind besser mit dem Löffel zu seinem Bauch zeigend auf den Tisch, nicht nach rechts. Und Becher oder Trinkflasche haben  bestimmt oben über dem Teller platz und müssen nicht rechts davon stehen. Idealerweise sollte einfach alles, was Dein Kind ergreifen möchte, von links genauso leicht zu erreichen sein, wie von rechts. 

 

Wenn Du daran zweifelst, Rechtshänder zu sein, helfe ich als zertifizierte Linkshänderberaterin nach der Methodik Dr. Johanna Barbara Sattler® gerne bei der Feststellung. Eine Testung zur angeborenen Händigkeit ist in jedem Alter möglich, genauso wie die Rückschulung, die sanft und unter professioneller Begleitung stattfinden sollte.


Dein dominantes Auge

Genauso wie eine dominante Hand oder ein dominantes Bein hat jeder Mensch ein dominantes Ohr und ein dominantes Auge. Auf den ersten Blick würde man denken, dass das keinerlei große Auswirkungen haben kann. Hat es aber doch!

Es beeinflusst maßgeblich, was wir in erster Linie aufnehmen bzw. wohin unsere Aufmerksamkeit steuert. Auch beim Lesen spielt die Äugigkeit eine Rolle - das hat mit unserer Leserichtung von links nach rechts zu tun. 

 

Der zum dominanten Auge passende Sitzplatz kann besonders für ein Kind mit Lernschwierigkeiten einen ganzen Notengrad Unterschied ausmachen. Die falsche Perspektive in den Klassenraum kann sich durch leichte Ablenkbarkeit oder Konzentrationsschwächen zeigen. Die Abklärung ist schnell und einfach, die Berücksichtigung ein wichtiger Schritt zur Verbesserung des schulischen Erfolges.


KONTAKT:

Simone Kostka, BA | Die Mamalogin ePU

Einfühlsame Familienbegleitung von der Schwangerschaft bis zum Schulabschluss

 

Tel: +43 664 7510 37 63 | email: [email protected] 

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